Düsseldorfs Lichthistorie: Der gestalterische Umgang mit Licht hat Tradition

Die Tatsache, dass im Rahmen der GeSoLei erstmals öffentlich der Begriff "Lichtarchitektur" Verwendung fand ( Joachim Teigmüller in der Zeitschrift "Licht und Lampe"), kann als Aufforderung oder gar als historische Verpflichtung für eine zeitgenössische Fortführung dieser Tradition gesehen werden.

Düsseldorfer Lichthistorie (Flash-Movie)

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Die folgende Bilderauswahl zeigt die besondere Bedeutung der Lichtgestaltung für Düsseldorf.

1585 - Licht- und Feuerwerkschauspiel auf dem Rhein

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Die besondere geographische Situation der Stadt Düsseldorf am Rheinbogen, in den sich die Niederrheinlandschaft hereinzieht, hat schon im Mittelalter die Menschen fasziniert. Seien es Lichterprozessionen oder die großen Feuerwerke und Lichtfestspiele zur Hochzeit der Markgräfin Jacobe von Baden mit Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg. 1585 wurde ein Licht- und Feuerwerkschauspiel auf dem Rhein inszeniert, das in der Beschreibung des Diederich Graminäus hervorragend illustriert ist.

1746: In Düsseldorf entsteht der erste Lichtmasterplan

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Im Buch von Lindenbom, zur Illumination der Stadt 1746, ist für jedes Haus ein besonderes Beleuchtungsthema beschrieben. Das Buch kann daher zurecht als der erste europäische Text-Lichtmasterplan gelten.
"Die in einer außergewöhnlichen Beleuchtung
brennende Liebe und Ehrfurcht als unsre Sonn',
die sich so lang schon schien zu verbergen,
durch ihre Gegenwart bestrahlt das Haupt von Bergen*.
*gemeint ist Düsseldorf als Hauptstadt des Herzogtums Jülich-Kleve-Berg

1811: Illuminationen zum Besuch von Napoleon Bonaparte

Generalkommissariat in Düsseldorf, Illumination zu Ehren Napoleons, Entwurf von Vagedes 1811.
Der französische Kaiser Napoleon besuchte Düsseldorf im November 1811 und wurde von den Bürgern enthusiatisch gefeiert. Der Monarch soll später in Kön erklärt haben: "Geht nach Düsseldorf und lernt dort, wie man Kaiser empfängt. Der "Le Moniteur, Westphalien" schrieb am 7.11.1811 nach der Ankunft Napoleons: "Abends war die ganze Stadt erleuchtet, tausende Sinnbilder, tausend Inschriften drückten die öffentliche Freude aus..."



1825 - Frühe urbane Lichtszenarien

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Die Lichtszenarien unserer Stadt verdeutlichen, dass die Anwendung von Licht im öffentlichen Raum im Kontext von Gesellschaft und Politik und im Rahmen der technischen Entwicklung gesehen werden muss.

1858 - Martinszug an der Andreaskirche

Aquarell von Eduard Geselschap,
Darstellung des Martinszug in der Mühlenstraße an der Andreaskirche

1857 - Fackelzug zu Ehren der Verlobung von Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen

Fackelzug:
Aquarell von Max Heß,
Fackelzug anlässlich der Verlobung von
Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen
mit Pedro V. von Portugal, 1857

1884 - Illumination zu Ehren Kaiser Wilhelm

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1884 wurde die Fertigstellung des Ständehauses festlich gewürdigt. Zu Ehren des Besuchs von Kaiser Wilhelm dem I. war wieder der Rhein Schauplatz feierlicher Illumination. Die beleuchteten Boote fuhren auf dem Kaiserteich vor dem Ständehaus zum Kaiserbesuch.

Ständehaus

Das Ständehaus (Abbildung 2002)

Um 1900: Gartenimpressionen

Der Garten der städtischen Tonhalle

1902: Industrie, Gewerbe - und Kunstausstellung

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Die sogenannte "Kleine Weltausstellung von 1902" wollte ein umfassendes Bild aller technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Fortschritte in Rheinland und Westfalen seit 1880 vermitteln.
Das Hauptausstellungsgebäude, das sich etwa in der Mitte des Geländes zu imposanter Größe erhob, war mit seinen reichen farbigen und figuralen Schmuck, mit mannigfaltigen Wasser-, Dampf - und Lichteffekten. das Zentrum der ganzen Anlage.

1904: Kunst- und Gartenbauaustellung

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Der "Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen" nutzte den gerade fertiggestellten Kunstpalast, um das Ansehen der Düsseldorfer Kunst auch international zu stärken. Man beschloß, mit der Kunstausstellung auch eine Gartenbauaustellung zu verbinden, die fast 2,6 Millionen Gäste besuchten.

1926: Düsseldorfer Licht-Pionierleistung während der GeSoLei

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Düsseldorf erbrachte 1926 während der GeSoLei ( Gesundheit, Soziales, Leibesübungen) mit ausdrucksstarken Impulsen der Lichtarchitektur eine Pionierleistung. Der bewußte Umgang mit den gestalterischen Möglichkeiten des Lichts nahm in dieser Zeit Konturen an.

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Oberbürgermeister Lehr gab seinem Geleitwort den Titel "Die GeSoLei, Düsseldorf dem Licht entgegen". Und nicht nur metaphorisch spielte das Licht eine dominierende Rolle bei de Ausstellung, Licht und Luft waren neue gesundheitliche und soziale Allheilmittel geworden. Nicht grundlos war der Mediziner Professor Schlossmann der eigentliche Organisator der Ausstellung.

1926: Das Wilhelm-Marx-Haus erhält seine charakteristische Lichtkrone.

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Ausgehend vom temporären Charakter der Ausstellungsarchitekturen erfolgte eine Weiterentwicklung des Umgangs mit Licht in den städtischen Raum hinaus. das im experimentellen Rahmen Erprobte findet sich fast zeitgleich im urbanen Kontext wieder - das Wilhelm-Marx-Haus erhält seine charakteristische Lichtkrone. ( Das 1924 nach Entwürfen von Wilhelm Kreis fertiggestellte Wilhelm-Marx-Haus gilt als das erste Bürohochhaus Deutschlands.)

30'er-Jahre: Das Apollo-Filmtheater

Apollo-Filmtheater, Düsseldorf

Das Düsseldorfer Apollo-Filmtheater in den dreißiger Jahren

1962: Das Dreischeibenhaus mit illuminiertem Firmenlogo

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Amélie Thyssen gründet unter dem traditionsreichen Namen Phönix Rheinrohr eine neue Konzerngesellschaft, für die das Dreischeibenhochhaus in Düsseldorf errichtet wird. Das imposant illumierte Firmenlogo unterstreicht auch bei Dunkelheit den Anspruch des Konzerns.

60'er Jahre: Kaufhaus an der Tonhallenstraße / Am Wehrhahn

Kaufhasu Oststraße, Düsseldorf